Gesund lebt sich’s besser, günstiger und angesehener

Die moderne Gesellschaft lässt sich durch die Pole Freiheit und Verantwortung
beschreiben. Sie weitet den Freiheitsraum und die Möglichkeiten des Einzelnen massiv aus, aber sie verlangt auch die Übernahme von Verantwortung. Das ist im Berufsleben so, indem man möglichst die eigene Beschäftigungsfähigkeit sicherstellt und optimiert, das spiegelt sich bei der Altersversorgung wider,
für die man besser selbst Sorge trägt, und bei der Gesundheit. In Deutschland wird laut fullsizeoutput_8abfOECD knapp ein Viertel der gesamten Gesundheitsausgaben privat finanziert. Seit 2005 sind diese privaten Gesundheitsausgaben um ganze 28 Prozent auf fast 68 Milliarden Euro gestiegen (OECD Health Statistics 2014). Weil Menschen inzwischen sehr gut wissen, dass sie länger und vor allem besser leben und weil Gesundheit zunehmend aus der eigenen Tasche finanziert werden muss, ist der Trend zur gesundheitlichen Selbstverantwortung ungebrochen. Mehr noch: Gesundheit wird zum populären Lifestyle. Längst sind Fitnessarmbänder, Lauf-Apps, schadstofffreies
Interior Design, vegetarische oder vegane Ernährung Prestigeobjekt junger Gesundheitsaktivisten geworden. Das eigene Gesundsein und Gesundheitsstreben avanciert zur Statusaussage. „Die gesunde Mitte grenzt sich offensiv ab gegen die ungesunde Randbevölkerung und deren Konsumvorlieben (fast food), Freizeitgewohnheiten (fernsehen) und Krankheiten (fett sein)“, diagnostiziert Bettina Schmidt, Professorin für Gesundheitswissenschaft. „Gesundheit wird zum Markenzeichen der leistungsorientierten Gesellschaftselite und wirkt als mächtiges Distinktionsinstrument zur Unterscheidung von Masse und Klasse“, so ihre Beobachtung: „Die individuelle Pflicht zur Gesundheit betrifft demnach nicht
nur das Individuum selbst, sondern verweist zugleich auf die moralischsoziale Verantwortung der Subjekte gegenüber den knappen Ressourcen der Gemeinschaft“ (Schmidt 2010,S. 30). Die unterlassene Gesundheitsfürsorge
des Einzelnen gegenüber sich selbst wird unmoralisch,ja asozial. Erst recht ein ungesunder Lebensstil.

Quelle: healthness: Die nächste Stufe des Megatrends Gesundheit
Die Philips Gesundheitsstudie 2015